Die Neuigkeit ist konkret, aber weniger weitreichend, als die Vorstellung eines bereits abgeschlossenen Vertrags vermuten lässt: Laut einer am 2. November veröffentlichten Recherche des Guardian hat DAZN eine exklusive Option auf die weltweiten Streamingrechte der Männer-Klub-WM 2029 erhalten. Der Wert dieser Option und der Zeitpunkt, zu dem sie aktiviert werden könnte, sind nicht bekannt. Die FIFA hat ihrerseits Format, Teilnehmerzahl und Gastgeberland noch nicht klargestellt. Die Ankündigung sichert somit eine wichtige kommerzielle Perspektive, ohne die sportlichen und politischen Fragen rund um das Turnier zu klären.
Eine Option, keine endgültige Vergabe der Rechte
Der Unterschied zwischen einer Option und einem festen Vertrag ist entscheidend. Der Guardian berichtet, dass DAZN über eine exklusive Möglichkeit in Bezug auf die weltweiten Streamingrechte für 2029 verfügt, weist aber darauf hin, dass weder die Summe noch der Zeitplan für eine Aktivierung öffentlich sind. Es wäre daher verfrüht zu behaupten, die Plattform werde zwangsläufig alle Spiele in jedem Gebiet und zu denselben Bedingungen wie 2025 übertragen. Auch der genaue Umfang möglicher TV-Rechte oder Unterlizenzvereinbarungen steht nicht fest.
Die FIFA hatte die Ausgabe 2029 bereits in ihre Ausschreibung für Medienrechte aufgenommen, die 2024 unter anderem in Europa und Subsahara-Afrika eröffnet wurde, wie ihre offizielle Mitteilung in Erinnerung ruft. Dieser frühere Schritt liefert Kontext für die neue Information, ist aber keine offizielle Bestätigung der heute angekündigten Option. Am 2. November 2026 ist der Guardian die aktuelle Quelle, die die Vereinbarung näher beschreibt; die FIFA hat in den eingesehenen Informationen keine Mitteilung veröffentlicht, in der sie deren Bedingungen öffentlich bestätigt. Diese Einschränkung muss deutlich bleiben.
Der Präzedenzfall von 2025 beeinflusst die Verhandlungen
DAZN hatte die weltweiten Rechte an der Ausgabe 2025 für eine gemeldete Summe von einer Milliarde US-Dollar erworben. Das erstmals mit 32 Teams ausgetragene Turnier in den USA diente damit als wichtiger Präzedenzfall für die Verbreitung des Wettbewerbs. Laut dem Guardian hatte sich die Plattform nach dem Rückzug anderer Rechteinhaber und dem Scheitern von Gesprächen mit Apple über die Bewertung der Rechte verpflichtet. Die FIFA hatte damals angekündigt, alle 63 Spiele kostenlos auf DAZN zu zeigen; ihre Mitteilung vom Dezember 2024 bezieht sich allerdings ausdrücklich auf 2025.
Diese kostenlose Übertragung sollte daher nicht auf 2029 übertragen werden. Die angekündigte Option legt für sich genommen weder den gezahlten Preis noch das Zugangsmodell für Zuschauer, die Verfügbarkeit in den einzelnen Märkten oder die Rolle von Partnersendern fest. Die für 2025 geschlossenen Unterlizenzvereinbarungen zeigen, dass weltweite Rechte mit Übertragungen auf anderen Sendern vereinbar sein können; sie lassen jedoch keinen Rückschluss auf die Bedingungen der nächsten Ausgabe zu. Für die Fans besteht die unmittelbare Konsequenz nicht darin, zu wissen, wo sie ein Spiel sehen können, sondern darin, festzustellen, dass ein zentraler Akteur die Verbreitung möglicherweise erneut maßgeblich gestalten wird.
Eine Strategie im Rahmen einer umfassenderen Partnerschaft
Diese Option verlängert eine bereits vertiefte Beziehung zwischen der FIFA und DAZN. Im Oktober 2025 hatten die beiden Organisationen den Start von FIFA+ auf der Plattform angekündigt, mit dem Ziel, dort Live-Spiele, Archivmaterial und redaktionelle Inhalte zu bündeln. Die Mitteilung der FIFA zu FIFA+ beschreibt das Projekt als weltweites Angebot, das Männer- und Frauenfußball vereint und sowohl ein kostenloses Modell als auch Premium-Inhalte vorsieht.
Die Logik ist klar: Die FIFA strebt eine internationale digitale Verbreitung an, während DAZN seinen Rechtekatalog und die Beziehung zum Verband festigen will. Der Guardian weist jedoch darauf hin, dass DAZN weiterhin Verluste schreibt, und berichtet von gestiegenen Betriebsverlusten in der Bilanz für 2025. Dieser finanzielle Kontext mahnt dazu, die Vereinbarung nicht als bloßes Zeichen kommerzieller Stärke zu deuten: Die Fähigkeit der Plattform, ihre Investitionen rentabel zu machen, und die Fähigkeit der FIFA, die Reichweite in nachhaltige Einnahmen umzuwandeln, bleiben zentrale Fragen. Die hier genannten Finanzdaten stammen aus der Recherche des Guardian; für sich genommen erlauben sie keinen Schluss auf die künftige Tragfähigkeit des Vorhabens.
Das Turnier bleibt sportlich und politisch in der Planung
Die Verbreitung der Bilder ist nur eines der Themen für 2029. Der Guardian zufolge ist noch keine Entscheidung über die Zahl der Teams, das Format oder die Austragungsorte getroffen worden. Eine Erweiterung auf 48 Klubs wird diskutiert, darf aber nicht als beschlossene Sache dargestellt werden. Im Juni hatte dasselbe Medium über eine grundsätzliche Einigung zwischen der FIFA und European Football Clubs zur Gründung eines Joint Ventures im Zusammenhang mit der kommerziellen Verwertung des Wettbewerbs berichtet und eine Aufstockung des Teilnehmerfeldes für wahrscheinlich gehalten. Sein Artikel vom Juni dokumentierte auch die Spannungen rund um die Solidaritätszahlungen an nicht teilnehmende Klubs.
Bei dem Thema geht es somit um Organisation, Governance und Umverteilung. Den Informationen des Guardian zufolge hat der europäische Klubverband seine Unzufriedenheit über verspätete Zahlungen im Zusammenhang mit der Ausgabe 2025 zum Ausdruck gebracht, während die Einzelheiten des kommerziellen Joint Ventures noch nicht abschließend feststehen. Eine Übertragungsoption kann der FIFA eine Einnahmeperspektive und einen identifizierten Partner bieten; sie löst weder diese Streitigkeiten noch die Frage, welche Rolle den Klubs bei der Governance des Turniers eingeräumt wird.
Marokko im Gespräch, aber noch kein Gastgeber bestimmt
Auch die Wahl des Gastgeberlandes ist noch offen. Der Guardian nennt Marokko als möglichen Kandidaten und erwähnt die Möglichkeit einer gemeinsamen Ausrichtung mit Spanien; dabei handelt es sich um berichtete Szenarien, nicht um eine Entscheidung der FIFA. Dass die beiden Länder die WM 2030 gemeinsam ausrichten, kann Spekulationen befeuern, ist aber keine Vergabe. Derselbe Artikel stellt die politischen Rahmenbedingungen rund um die FIFA-Präsidentschaft und die Beziehungen des Verbands zu seinen Partnern als Faktoren dar, die den Zeitplan beeinflussen könnten.
Die nützliche Information beschränkt sich derzeit also auf drei Punkte: DAZN verfügt über eine exklusive Option auf die weltweiten Streamingrechte der Männer-Klub-WM 2029; die finanziellen und operativen Bedingungen sind nicht öffentlich; und die Konturen des Wettbewerbs selbst müssen noch festgelegt werden. Weitere Bestätigungen zum Thema müssen von der FIFA zur Aktivierung der Rechte und zur Ausgestaltung des Turniers kommen, anschließend von den Organisatoren zu den Übertragungsmodalitäten in den einzelnen Gebieten. Bis dahin sollte man besser von einem DAZN eingeräumten vertraglichen Vorteil sprechen als von einer endgültig garantierten Übertragung.
Zu den Quellen.
Die folgenden Referenzen dokumentieren die Recherche und ermöglichen den Zugriff auf die Originalveröffentlichungen. Ihre Anzahl allein bestätigt nicht jede Aussage des Artikels.
- inside.fifa.comcommuniqué officiel ↗Quelle abgerufen · abgerufen am 02/11/2026
- inside.fifa.comcommuniqué de décembre 2024 ↗Quelle abgerufen · abgerufen am 02/11/2026
- inside.fifa.comcommuniqué de la FIFA sur FIFA+ ↗Quelle abgerufen · abgerufen am 02/11/2026
- The Guardianenquête publiée le 2 novembre par le Guardian ↗Quelle abgerufen · abgerufen am 02/11/2026
- The Guardianarticle de juin ↗Quelle abgerufen · abgerufen am 02/11/2026
